Miller Method® zur kognitiven Förderung autistischer Kinder

 

 

Was ist die Miller Method® (MM)?

Ein entwicklungsorientierter, kindzentrierter Ansatz, um autistische Kinder kognitiv und kommunikativ zu unterstützen. 

 

Das Ziel der MM®, die Fähigkeiten von Kindern im Autismusspektrum durch eine personenzentrierte und systemische Behandlung zu entwickeln, passt ausgezeichnet zur Philosophie des  SeminarInstituts.

MM® ist er dritte Puzzlestein, den das SeminarInstitut für eine ganzheitliche Erziehung und Behandlung autistischer Kinder durch personenzentrierte, entwicklungsorientierte und beziehungsbasierte Ansätze bietet.

 

Alle MM® Kurse werden in Kooperation mit Akkreditierung durch das  Language and Cognitive Development Center Inc. (LCDC) durchgeführt. Alle Instruktoren sind von LCDC akkreditiert und haben umfassende  Erfahrung mit autistischen Menschen. 

 

What is Miller Method® (MM®)

A developmental child-centered approach to support autistic children in their cognitive and communicative development. 

 

The aim of MM® is to develop the capacities of children on the autism spectrum through a person-centered and systems-oriented intervention that fits well within the philosophy of SeminarInstitut.

 

MM® is the third puzzle piece that SeminarInstitut offers for a wholistic education and treatment of children on the autism spectrum through person-centered, developmental, relationship-based approaches.

 

All MM® courses are organized in cooperation with and accredited by The Language and Cognitive Development Center Inc. (LCDC). All instructors are LCDC accredited MM® instructors with extensive experience with autistic individuals.

 


 

Die Miller Methode®: Ein kognitiver Entwicklungsansatz für Kinder im Autismus-Spektrum

Arnold Miller, Ph.D. & Eileen Eller-Miller, M.A., Sprachtherapeutin                Language und Cognitive Development Center (LCDC), Boston 

 

Die Miller Methode befasst sich mit

  • der Körperorganisation,
  • der sozialen Interaktion,
  • der Kommunikation und
  • dem Vorstellungsvermögen

von Kindern sowohl im klinischen als auch im pädagogischen Setting.

 

Die systemische Theorie der kognitiven Entwicklung geht davon aus, dass die normale Entwicklung von der Fähigkeit des Kindes abhängt, Systeme zu bilden. Das sind geordnete Verhaltensweisen, die anfangs repetitiv und zirkulär sind, sich jedoch mit der Entwicklung des Kindes erweitern und komplexer werden. Sobald das Kind  zwischen sich selbst und seiner Umgebung unterscheiden kann, bekommt es allmählich auch seine Systeme unter Kontrolle, die zuvor nur durch Umweltreize ausgelöst wurden. Das Kind  kombiniert seine Systeme auf neue Arten, um Probleme zu lösen, soziale Beziehungen einzugehen und mit sich selbst und anderen Menschen über die Welt zu kommunizieren.

 

Im Gegensatz dazu bleiben Kinder mit Entwicklungsstörungen in frühen Entwicklungsstadien stehen und entwickeln höhere Stadien nur unvollständig. Störungen des Autismusspektrums beeinträchtigen die Fähigkeit, auf die Welt zu reagieren und sie zu beeinflussen. Autistischen Kindern fehlt der Sinn für die Beziehung ihres Körpers zur Welt. Umweltreize lösen bei ihnen nur isolierte oder stereotype Verhaltensweisen aus, aus denen sie sich ohne Hilfe nicht selbst befreien können. Dies führt zu abnormalen Systemen, die Personen und/oder Objekte einbeziehen können, und zum Steckenbleiben in Verhaltensweisen, die man auch in der Normalentwicklung kurzzeitig antrifft, wie die eigenen Hände zu inspizieren, ständig Dinge in der Hand zu halten oder sich intensiv mit einem Objekt zu beschäftigen.

 

Die MM Therapie

Die MM Intervention setzt vor allem zwei Strategien ein, um die Weichen für einen normalen Entwicklungsverlauf zu stellen:

  1. Umwandeln der abweichenden Systeme des Kindes (z.B. Bausteine oder Autos aufreihen, oder zwanghafte Reizsuche) in funktionelles Verhalten.
  2. Systematische und wiederholte Einführung von  Aktivitäten mit Objekten und Menschen, die relevant für die Entwicklung sind. 

Die Therapieaktivitäten sollen Lücken in der Entwicklung schließen. Dieser Prozess wird fazilitiert, während sich das Kind sich auf dem für die MM® typischen Therapiegerät, dem erhöhten Quadrat ("Elevated Square") befindet und die Therapeutin die Handlungen des Kindes kommentiert. Die ca 80 cm hohe Fläche oder eine ähnliche Plattform unterstützt

  •  die Lenkung des Verhaltens durch Gesten und Worte
  • das Bewusstsein für den eigenen Körper und andere
  • die Bewegungsplanung
  • den sozio-emotionalen Kontakt
  • Übergänge zwischen Aktivitäten, Objekten oder Ereignissen
  • den Übergang vom Objektspiel zum Symbolspiel

 

Die Philosophie der Miller Method®

MM® geht davon aus, dass jedes Kind - egal wie zurückgezogen oder unorganisiert es ist - eigentlich versucht, einen Weg zu finden, mit der Welt umzugehen. Unsere Aufgabe ist es, dem Kind dabei zu helfen, jede Kapazität oder jedes Fragment der Kapazität dazu zu nutzen.

 

Die MM setzt spezielle Strategien und Therapiegeräte ein, um die Fähigkeit zu verbessern, die Außenwelt zu beurteilen und darauf zu reagieren, andere zu verstehen und sich auszudrücken. Die Therapeutin arbeitet eng mit den Eltern und der Familie zusammen, um einen unterstützenden aber ausreichend herausfordernden Alltag zu schaffen, so dass das Kind neue Fähigkeiten aus der Therapie in den Alltag übertragen kann.

 

Befunderhebung

 

Am Anfang der Intervention steht ein sogenanntes "Umwelt Assessment", das hilft zu verstehen,  wie das Kind die Realität erlebt. Dabei finden Beobachtungen in ganz spezifischen Situationen statt.


MM® Ausbildung

 

Wir stehen direkt mit den Nachfolgern von Dr. Miller am LCDC zusammen, das Ausbildung zum MM®Specialist und zum Certified MM®Therapist anbietet. 

Das SeminarInstitut bietet derzeit keine MM Ausbildungen an.

 

Falls Du Interesse an einen MM®Einführungskurs hast, melde Dich bitte beim SeminarInstitut unter office@seminarinstitut.com! Wenn wir mehrere Interessenten haben, werden wir einen Einführungskurs mit Stephen Shore organisieren.